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Der Physiker W. Braun hat die wesentlichen Seiten aus dem Buch "The cellular cosmogony" übersetzt. (Den Übersetzer und Physiker W. Braun kenne ich persönlich. Er wohnt 60 km von mir entfernt) Teil 1 wurde von C.R. Teed (1898-1908) verfasst. Teil 2 "The new geodesy " wurde von Professor U.G. Morrow verfasst. "The cellular cosmogony" by Cyrus R. Teed ist erhältlich bei 1905 edition, reprinted 1975 by Porcupine Press, Inc. 310 South Juniper Street Philadelphia Pennsylvania 19107-5818 U.S.A. |
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in dem Sie noch ein Originalgeviert des Geradstreckenverlegers besichtigen können. |
Die
klassische Erdmessung
durch
U. G. Morrow im Jahre 1897
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An einem kalten und klaren Novembertag sah der amerikanische Landarzt Dr. Teed zufällig auf seinem Morgenritt sehr deutlich zwischen zwei Brücken ein doppelt bemanntes Ruderboot. |
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Er beobachtete dies durch das Fernrohr eines geodätischen Instrumentes, das er am Ufer des ca. 25 km langen und schnurgeraden Entwässerungskanals – Old Illinois Drainage Canal - im Südwesten von Chikago aufgestellt hatte).
Mit freiem Auge konnte
er weder die Brücken noch das Boot ausmachen. Die Erklärungen
des Landmessers befriedigten ihn nicht, denn er war Physiker und Arzt und
weil er beides war, gelang ihm die Enträtselung dieses an sich bekannten,
aber seltenen Naturphänomens. Seine Gedanken und das Endergebnis hat
Dr. Teed in seinem umfangreichen Schrifttum niedergelegt.
Sie lassen sich in 2
Sätzen zusammenfassen:
Die
Oberfläche der bewohnten Erde ist konkav (hohlrund) und nicht konvex
(vollrund). Alle waagerechten
Lichtstrahlen in Erdnähe verlaufen konkav gekrümmt nach aufwärts.
In der Zeit zwischen
1870 und 1908 hielt Dr. Teed über sein Weltbild zahlreiche Vorträge
in wissenschaftlichen Vereinen der USA, unter anderem im Dezember 1895
in Chicago.
Bei dieser Gelegenheit
traf er mit Prof. U. G. Morrow zusammen und beide, gleich geniale Männer,
schlossen sofort Freundschaft fürs Leben. Prof. Morrow ersah hier
eine Gelegenheit, sein neues Verfahren zur Ermittlung des Erdradius auf
rein mechanischem Wege zu erproben.
Er erbot sich, die runde
Summe von 32000 Dollar in eine Wölbungsmessung hineinzustecken, während
Dr. Teed, Präsident eines religiösen Ordens, der Koreshan Unity,
mit ausgedehnter Plantagenwirtschaft auf gemeinwirtschaftlicher Basis zwischen
Estero und Naples in Florida, USA, sich erbot, einen Teil des Messstabes
zur Verfügung zu stellen und kostenlose Unterkunft und Verpflegung
für die auswärtigen Mitarbeiter, Beobachter, Journalisten zu
geben.
Damit war die finanzielle
Seite geklärt und Prof. Morrow gab seinen Rectilineator (Geradstreckenverleger)
sowie alle Nebengeräte bei der ersten Instrumentenbauerin in der USA,
der heutigen Pullman Waggonbau A.G. in Chicago, in Auftrag.
Am 1. Dezember 1896 waren
die Geräte versandbereit und Prof. Morrow ließ sie nach Naples
in Florida, dem ausersehenen Messort bringen. Er selbst begab sich nach
Weihnachten mit einigen Vermessungsfachleuten ebenfalls dorthin.
In Naples erlaubte das
dortige warme Klima die Arbeiten im Freien auch während der Wintermonate.
Am 2. Januar 1897 wurde
südlich von Naples mit dem Freimachen und Vermarken der Messstrecke
begonnen.
Morrows Methode zur Konstruktion einer geraden Linie auf mechanischer Basis:
Es ist nahe liegend, eine
gerade Strecke von mehreren Kilometern Länge durch Aneinanderfügen
kleinerer Einheiten in fortschreitender Weise zusammenzusetzen. Morrow
entschied sich für Rechtecke von höchster Winkelgenauigkeit,
die an ihren Stirnseiten aneinandergefügt wurden. Er nannte dieses
Gerät Rectilineator, das heißt Geradstreckenverleger.
In seinem Buch "Cellular
Cosmogony" beschreibt er auf Seite 95 den Apparat folgendermaßen:
Abb. Halterung der Gevierte.
Der Geradstreckenverleger
besteht aus einer Anzahl doppel-T-förmiger Gevierte, je 3,6m lang.
Die mit Spanndrähten
verstrebten Querarme haben eine Länge von 1,2m. Die Länge der
Querarme steht zur Länge eines Geviertes also im Verhältnis 1:3.
Das verwendete Holz ist "inch mahagony", das 12 Jahre in den Lagerräumen
der Pullman Palace Car Co., Pullmann JII gelagert hatte.
Der horizontale Arm jedes
Geviertes ist 20,3 cm breit, die Querarme sind 12,7 cm breit.
Die Spanndrähte
aus Stahl sind kreuzweise zwischen den Querarmen angebracht, um die Stabilität
der rechten Winkel zu gewährleisten. Spanndrähte
aus Stahl sind kreuzweise zwischen den Querarmen angebracht, um die Stabilität
der rechten Winkel zu gewährleisten.
Genau geschliffene Messingplatten
an den Enden der Querarme bilden die Anlegeflächen. Mit Hilfe von
Flanschen an den Messingplatten und sinnreichen Spezialflügelschrauben
kann eine gemachte Einjustierung gesichert und arretiert (festgehalten)
werden.
Jedes Geviert wird durch
zwei stabil gebaute Ständer getragen. An diesen
sind verstellbare Konsolen befestigt, die ihrerseits die Längsarme
der Gevierte mit Hilfe von einjustierten Klammern und Stellschrauben aufnehmen
können. Die Anordnung ist in obiger Abbildung dargestellt.
Die Arbeitsweise des Geradstreckenverlegers ist im Prinzip höchst einfach. Wenn das erste Geviert Nr. 1 genau horizontal ausgerichtet und durch die Klammern und Stellschrauben an seinen Ständern befestigt ist, muss das Geviert Nr. 2 auf das Geviert Nr. 1 einjustiert werden. Dies geht folgendermaßen vor sich:
Zwei weitere Ständer
werden in Flucht mit den schon stehenden beiden Ständern aufgestellt,
und die Konsolen werden in die ungefähr geeignete Höhe gebracht.
Dann wird das Geviert
Nr. 2 auf den Konsolen befestigt und durch Drehen der Justierschrauben
so gehoben, bzw. gesenkt, dass seine horizontale Achse ungefähr mit
der Mitte des ersten Gevierts fluchtet.
Die Messingplatten werden
auf ca. 5 mm genähert. Die Helfer an den Justierschrauben werden angewiesen,
das Geviert zu heben bzw. zu senken, bis die Haarlinien der beiden Gevierte
exakt auf gleicher Höhe liegen.
Dieser Anschluss der
beiden Haarlinien wird mit einem Aufsatzmikroskop beobachtet. Jetzt wird
das Geviert behutsam in horizontaler Richtung durch die dafür konstruierte
Vorrichtung bewegt, bis die Messingflächen sich auf 0,5 mm genähert
haben.
Die endgültige Justierung
geschieht nun mit Hilfe von Fühllehren in Form von Celluloid-Folien
mit einer Dicke von 0,2 mm.
Wenn diese Folie den oberen
sowie den unteren Spalt zwischen den Messingplatten gerade durch ihr Eigengewicht
passiert, haben die Platten genau denselben Abstand voneinander.
Die beiden Gevierte Nr.
1 und Nr. 2 sind dann exakt gegeneinander ausjustiert und die beiden Haarlinien
fluchten exakt.
Jetzt können diese
beiden Gevierte miteinander verschraubt werden.
Sie sind damit fest und
vor Störungen gesichert.
Nun wir genau auf dieselbe
Weise ein weiteres Geviert Nr. 3 an Nr. 2 angeschlossen.
Es stehen nun drei Gevierte
ausgerichtet und justiert im Gelände.
Es sei darauf hingewiesen,
dass nur das erste Geviert genau horizontal ausgerichtet ist, da die verlegte
Linie ja nicht der Erdkrümmung folgt, sondern geradlinig verläuft.
Alle anderen Gevierte
sind dann gegenüber der Erdoberfläche in der zu untersuchenden
Weise geneigt.
Jetzt wird das erste
Geviert abgenommen und an das 3. Angeschlossen.
Danach wird das Geviert
Nr. 2 an Nr. 1 angelegt usw.
Die gerade Linie wird
also in dieser Weise in kleinen Strecken durch zyklisches Vertauschen der
drei Gevierte konstruiert.
Diese Abbildung zeigt 3 fertig ausjustierte
Geviertsätze mit dem Meer im Hintergrund.
Dem Messprinzip liegen
somit nur geometrische und mechanische Überlegungen zugrunde.
Es ist in seiner genialen
Einfachheit frei von Hypothesen und unbewiesenen Annahmen und damit in
seiner Aussage entsprechend unmittelbar und eindeutig.
Genauigkeit des Geradstreckenverlegers:
Morrow war sich den Anforderungen
wohl bewusst, die an die Genauigkeit des Gerätes gestellt werden mussten.
Er schreibt darüber auf Seite 101:
"Um
zuverlässige Schlüsse ziehen zu können, ist es unbedingt
notwendig, dass die Genauigkeit des Apparates geprüft wird. Den Initiatoren
dieser Messung, uns selbst und der Welt gegenüber haben wir die Pflicht
zur Präzision. Dieser Gedanke war uns ein mächtiger Antrieb,
die größte nur mögliche Genauigkeit anzustreben.
Die
Vorsicht nötigte uns, dass wir uns vergewisserten, ob ein solcher
Apparat auch praktisches und exaktes Arbeiten ermöglicht, damit nicht
Monate unserer Zeit, sowie geistige und körperliche Energie nutzlos
in einem vergeblichen Versuch, diese Frage zu klären, verbraucht würden.
Es
war nötig, den Apparat den schärfsten Prüfungen zu unterziehen.
Der Apparat war neu. War er ungenau, so musste er genau gemacht werden.
Unsere
Mitarbeiter mussten durch praktische Erfahrung mit dem Apparat Übung
und Geschicklichkeit erlangen, bevor man exakte Einstellung erwarten durfte.
Einige
Wochen waren für diese einübende Handhabung des Apparates und
für Versuchsmessungen vorgesehen.
Die Querarme der verschiedenen Gevierte mussten auf Rechtwinkligkeit mit der Haarlinie bzw. mit der Achse des betreffenden Gevierts geprüft werden.
Der
Erfinder des Gerätes und Techniker verbrachten vier Wochen mit der
Prüfung und dem Einjustieren der rechten Winkel. Sechs Testserien
wurden gemacht.
Jedes
Geviert wurde über 50 mal auf einem Spezialprüfstand umgekehrt,
und zwar sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Punkte und feinste
Haarlinien waren auf Stahl und Messingplatten eingraviert.
Sie
dienten als Marken zur Einstellung der Gevierte. Die Beobachtung erfolgte
unter dem Mikroskop.
Auf
diese Weise konnten die geringsten Winkelabweichungen erkannt werden.
Wenn
die Haarlinie der Gevierte in den Lagen und Umkehrungen, in die sie gebracht
werden können, immer auf denselben Punkt unter dem Mikroskop fielen,
so war damit bewiesen, dass die Querarme zur Haarlinie auf dem Horizontalarm
absolut rechtwinklig waren."
Das Bezugsniveau und die Gezeitenkorrektur:
Die Landoberfläche
kommt als Bezugsniveau nicht in Frage, denn die Höhe des Geländes
über dem Meeresspiegel variierte längs der Messstrecke um rund
1,4 Meter. Um einen raschen und störungsfreien Ablauf der Messungen
zu gewährleisten, mussten daher einige Erdbewegungen ausgeführt
und sonstige Hindernisse beseitigt werden.
Die geographische Lage
der Messstrecke:
Die Küste verläuft
bis zum Gordonpass ziemlich geradlinig in Nordsüdrichtung. Die durchschnittliche
Höhe der Landfläche ist 1 Meter über dem mittleren Meeresniveau.
Dieses Niveau wurde nun an 25 Punkten der Messstrecke durch Nivellieren
auf das Land übertragen. Dies ging auf folgende Weise vor sich:
Der Gezeitenhub beträgt an der Westküste von Florida
ungefähr 107 cm.
Das
mittlere Gezeitenniveau wurde mit Hilfe eines perforierten Behälters
und eines Gezeitenmaßstabes mit größtmöglicher Präzision
bestimmt. Sie ist in der Abbildung mit A bezeichnet.
Entlang der Küste waren nun im Golf in Abständen von je 200m
Messbaken aufgestellt. Auf diese wurde das mittlere Gezeitenniveau übertragen
und durch Marken fixiert.
Dazu wurde das gerade
vorliegende Gezeitenniveau an der Pegelstation gemessen und zu den Messbaken
signalisiert. Die Gesamtheit dieser Marken bilden
somit eine Kurve, die mit der Wasseroberfläche bei mittlerem Gezeitenstand
identisch ist. Durch weitere Marken im Abstand von
3,25 m über dem mittleren Niveau wurde an den Messbaken zur ersten
eine zweite Parallellinie fixiert.
Diese
schließlich wurde dann horizontal auf das Land nivelliert und bildete
so das endgültige Bezugsniveau für die mechanisch
verlegte, gerade Messlinie. Weiter schreibt Morrow in seinem schon erwähnten
Buch Seite 110:
"Das
Ausloten und Einjustieren der Haarlinie des ersten Gevierts erforderte
die größte Genauigkeit und Geschicklichkeit.
Wir
verwendeten dazu eine Weingeistwaage mit einer Libelle von höchster
Empfindlichkeit. Gleichzeitig verwendeten wir eine speziell für diesen
Zweck entwickelte Quecksilberkanalwaage mit einer Länge von 4 Metern.
Bei
der Einjustierung des ersten Geviertes stimmten Weingeistwaage und Quecksilberwaage
überein. Zur weiteren Kontrolle wurden die Querarme dieses Geviertes
auf ihre exakt vertikale Lage mit einem Bleilot geprüft.
Das
Ausloten war eine mühevolle Arbeit, die unter größter Sorgfalt
durchgeführt und von jedem Mitglied des Messteams unter Eid bezeugt
wurde. Am Morgen des
18. März stand der erste Dreiersatz der Gevierte fertig ausgerichtet
an der Messbake Nr. 1 im Gelände."
Verlauf der Messung Verlängerung der Linie ins Meer:
Der auf dem Festland mechanisch verlegte Teil der Messlinie endete am 27.4. bei Messbake Nr. 20 am Gordonpass. Bis hierher waren also 3,8 km Messstrecke verlegt.
|
|
Die Haarlinie hatte hier vom mittleren Meeresniveau nur noch einen Abstand von 2,02 Metern gegenüber 3,25 Metern am Anfang. Ein Durchstich durch die dem Gordonpass
südlich vorgelagerte Sanddüne ermöglichte nun eine weitere Verlängerung der
Messlinie bis zum Auftreffen auf die Wasseroberfläche.
An Bake Nr. 19 wurde ein
Fernrohr mit horizontal orientiertem Fadenkreuz so aufgestellt, dass seine
optische Achse mit der Haarlinie zusammenfiel und gleichzeitig der Stahldraht
mit dem Fadenkreuz in Deckung kam.
Das Fadenkreuz bezeichnete
dabei die Stelle im Golf, an der die Linie auf die Wasseroberfläche
auftraf.
|
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Die so ermittelte Entfernung
betrug 6,6 km vom Ausgangspunkt A aus. Genau genommen ist diese optische
vorgenommene Verlängerung der Messlinie mit einem Fehler behaftet.
Dieser wird verursacht:
Erstens durch die Wirkung der Refraktion und zweitens durch die Aufwärtskrümmung
des Lichtstrahles, die ja sicher vorhanden ist, falls die Erdoberfläche
konkav gekrümmt ist. Eine quantitative rechnerische Untersuchung zeigt
jedoch, dass bei der an dieser Stelle bereits verhältnismäßig
starken Neigung der Messlinie gegen die Wasseroberfläche dieser Fehler
sich nur unwesentlich auswirkt.
Und zwar liegt die Unsicherheit
in der Bestimmung des Auftreffpunktes B bei ca. 200m. Als
weitere Kontrolle für die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des
Apparates wurde am 6. und 11. Mai von Messbake Nr. 20 an die Linie bis
zur Bake Nr. 17 zurückverlegt.
Das entspricht einer
Entfernung von 600 Metern. Die Abweichung in Bezug auf die Herverlegung
betrug nur 0,25%
Messdaten und Zeugen
Die Gewissenhaftigkeit
und wissenschaftliche Exaktheit bei der Durchführung der Messung wird
deutlich, wenn Morrow auf Seite 111 schreibt:
"Während
der ganzen Messung überwachte der Verfasser eigenhändig den Zubehörkasten
mit Thermometer, Mikroskop, Messstäben, Kompass, Weingeistwaage, Dreiecken,
Winkelmesser, Fernrohr, Flügelschrauben, Zelluloidfolie usw. sowie
die Protokollbücher des Messteams, um größtmögliche
Zuverlässigkeit und Genauigkeit der Beobachtungen und Messungen zu
gewährleisten.
Die
Ablesungen wurden von ihm persönlich in Gegenwart aller Zeugen notiert.
Jede einzelne Justierung, Prüfung, Beobachtung und Messung wurde ins
Haupt-Mess-Protokoll eingetragen und im Detail ausführlich beschrieben
im täglichen Messprotokoll, dem die Unterschriften aller Mitarbeiter
und Zeugen beigefügt waren.
Die nun folgenden Zahlenangaben
sowie alle in dieser Arbeit gemachten Angaben über die Vorbereitung
und den Verlauf der Messung sind der 2. Auflage des schon mehrfach erwähnten
Buches von Professor Morrow (1905) entnommen und wurden seinerzeit vom
gesamten Messteam und Untersuchungskomitee bestätigt und durch Eid
bezeugt.
Weiterhin wurde die Beobachtung
vom 5. Mai 1897 bestätigt, als die Messlinie ins Meer verlängert
wurde, sowie die Wiederholung vom 8. Mai.
Außerdem sind die
durch Eid bezeugten Beobachtungen der Messtechniker und Kontrolleure festgehalten,
die die Sicherheitsvorkehrungen zur Vermeidung von beabsichtigten Täuschungsversuchen
am Apparat und seinen Justierungen betreffen.
In der vorstehenden Tabelle
sind nun die aus den Messprotokollen entnommenen Messdaten aufgeführt:
|
Differenz
zwischen der mittleren Meereshöhe
|
|||||
|
Entfernung
(km) |
gemessen
(mm) |
Berechnet
(mm) |
Messwerte,
die
(mm) |
Differenz
(mm) |
(%) |
|
0 |
+ 0 |
0 |
0 |
0 |
0 % |
|
0,202 km
|
+ 3,81 |
3,18 |
- 3,18 |
+ 0,63 |
+ 20 % |
|
0,403 |
+ 6,60 |
12,70 |
- 12,70 |
- 6,1- |
- 48 % |
|
0,605 |
+ 34,93 |
28,58 |
- 28,58 |
+ 6,35 |
+ 22 % |
|
0,806 |
+ 47,63 |
50,88 |
- 50,88 |
- 3,25 |
- 6 % |
|
1,05 |
+ 98,43 |
79,38 |
- 79,38 |
+ 19,05 |
+ 20 % |
|
1,19 |
+ 111,12 |
114,30 |
- 114,30 |
- 3,1- |
- 3 % |
|
1,41 |
+ 163,32 |
155,58 |
- 155,58 |
+ 7,74 |
+ 5 % |
|
1,66 |
+ 203,71 |
203,22 |
- 203,22 |
+ 0,49 |
0 % |
|
1,88 |
+ 257,18 |
262,89 |
- 262,89 |
- 5,71 |
- 2 % |
|
2,01 |
+ 293,62 |
317,50 |
- 317,50 |
- 23,88 |
- 7 % |
|
2,22 |
+ 363,47 |
384,18 |
- 384,18 |
- 20,71 |
- 5 % |
|
2,42 |
+ 430,02 |
457,21 |
- 457,21 |
- 27,19 |
- 6 % |
|
2,62 |
+ 528,57 |
536,58 |
- 536,58 |
- 8,01 |
- 2 % |
|
2,82 |
+ 592.07 |
622,31 |
- 622,31 |
- 30,24 |
- 5 % |
|
3,02 |
+ 668,27 |
714,38 |
- 714,38 |
- 46,11 |
- 6 % |
|
3,20 |
+ 777,75 |
812,85 |
- 812,85 |
- 35,10 |
- 4 % |
|
3,42 |
+ 877,82 |
917,58 |
- 917,58 |
- 39,76 |
- 4 % |
|
3,63 |
+ 1084,07 |
1028,70 |
- 1028,70 |
+ 55,37 |
+ 5 % |
|
3,83 |
+ 1225,55 |
1146,18 |
- 1146,18 |
+ 79,37 |
+ 7 % |
|
4,03 |
+ 1372,-- |
1270,05 |
- 1270,05 |
+ 137,-- |
+ 10 % |
|
4,23 |
+ 1524,-- |
1400,18 |
- 1400,18 |
+ 124,-- |
+ 9 % |
|
4,43 |
+ 1651,-- |
1536,71 |
- 1536,71 |
+ 114,-- |
+ 7 % |
|
4,83 |
+ 1905,-- |
1828,81 |
- 1828,81 |
+ 76,-- |
+ 4 % |
|
6,64
|
+ 3251,-- |
3457,58 |
- 3457,58 |
- 207,-- |
- 6 % |
|
Zurückvermessung: |
|||||
|
3,83 |
+ 1255,55 |
1146,18 |
|
+ 79,37 |
+ 7 % |
|
3,63 |
+ 1080,26 |
1028,70 |
|
+ 51,56 |
+ 5 % |
|
3,42 |
+ 871,73 |
917,58 |
|
- 45,85 |
- 5 % |
|
3,20 |
+ 784,10 |
812,85 |
|
- 28,75 |
- 3 % |
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Dieser Einschub
befindet sich nicht in dem Auszug aus dem Büchlein
"Himmel und Erde" der Seiten 9 bis 22.
a) Eine Anomalie in der Dichteverteilung bei Florida, die damit auch eine Abweichung der Äquipotentialflächen des Gravitationsfeldes von der Kugelform verursachen würde. b) eine Delle in der Erdoberfläche in dieser Gegend, die konkave Krümmung aufweist (siehe Potsdamer Geoid Heft Sterne und Weltraum 8/2002) siehe die beiden Bilder: |
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Abb. 1: Die Potsdamer Kartoffel. Das hier stark überhöht dargestellte Geoid (Fläche »Normal Null«) weicht von einer regelmäßigen Ellipsoidoberfläche nur um maximal 100 Meter ab. Über den Kontinenten ist das Geoid zur besseren Unterscheidung in Graustufen dargestellt.
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In folgender Abbildung ist das Ergebnis der Messung für den Geradstreckenverleger graphisch dargestellt.
Die
an den 25 Messbaken gemessenen Abstände der Haarlinie vom Bezugsniveau
sind in vertikaler Richtung (Ordinate) gegen die Länge der Messstrecke
(Abszisse) aufgetragen.
Die ausgezogenen Kurven
geben die theoretisch zu erwartenden Messwerte an. Der obere Kurvenast
ist für eine konkav, der untere für eine konvex gekrümmte
Erdoberfläche berechnet.
Die tatsächlich
gemessenen Werte sind als Punkte eingetragen. Wie man mit einem Blick sieht,
folgen sie eindeutig dem Verlauf der oberen Kurve. Damit
ist bewiesen, dass die Erdoberfläche konkav (hohlrund) gewölbt
ist.
Wäre sie konvex gewölbt, müssten die Messpunkte sich um die untere Kurve gruppieren, im Fall einer ebenen Erdoberfläche um die horizontale Achse des Diagramms.
Die geringe Streuung der Messpunkte um rund plusminus 5% auf eine Länge von über 6 km zeigt deutlich die große Präzision des Messapparates und die Brauchbarkeit der Methode.
Zu Beginn der Messung
fielen Haarlinie und Bezugslinie zusammen, eine Abweichung war in keiner
Richtung zu erkennen.
Damit ist bestätigt,
dass das erste Geviert genau horizontal einjustiert war.
Nach 200m, an der Messbake
Nr. 2 war bereits eine deutliche Abweichung festzustellen, und zwar lag
die Haarlinie genau 3,81m unter der Bezugslinie.
Bei der nächsten
Messbake war der Abstand schon auf 6,6 mm angestiegen (400m vom Ausgangspunkt)
und vergrößerte sich weiterhin immer mehr, und zwar genau in
der Weise, wie bei einer konkav gekrümmten Erdoberfläche zu erwarten
war.
In Spalte VI der Tabelle
stehen diese berechneten Werte, die gemessen sind in Spalte V angeführt.
Die Kleinheit der Differenz zwischen Messung und Berechnung (Spalte VII) zeigt die sehr gute Übereinstimmung. Damit ist ein weiterer Beweis für die Zuverlässigkeit des Messprinzips und die einwandfreie Funktion des Geradstreckenverlegers erbracht.
Wäre die Erdoberfläche konvex, also vollrund gewölbt, so hätten zwar dieselben Messwerte, aber in der entgegengesetzten Richtung auftreten müssen. Das heißt, die Haarlinie hätte sich immer mehr von der Bezugslinie abheben müssen, und zwar in diesem Fall nach oben.
Die Messlinie erhob sich
aber in keinem Punkt entlang der gesamten Messstrecke über das Bezugsniveau,
sondern näherte sich kontinuierlich der Meeresoberfläche und
traf schließlich bei Messbake Nr. 25 auf diese auf. Richtiger aufgedrückt
heißt dies:
Die Meeresoberfläche
wölbe sich der mechanisch verlegten Messgerade entgegen, und zwar
quantitativ genau (das heißt Punkt für Punkt) in der Weise,
wie bei konkaver Erdkrümmung zu erwarten war.
Die Erdoberfläche
kann daher nicht die Außenbegrenzung einer Vollkugel sein, sondern
sie bildet die Innenfläche einer Hohlkugel.
Professor Morrow schrieb dazu:
"Wäre
die Erde eine Vollkugel, so müsste die Haarlinie an der Messbake Nr.
9 z.B. 20,4 cm oberhalb der Niveaulinie liegen anstatt – wie gemessen –
20,4 cm unterhalb derselben. Der Unterschied beträgt 41 cm.
Nach
6,6 km müsste bei konvexer Erdoberfläche die Messlinie schon
3,25m über der Niveaulinie, das heißt 6,5m über der Wasseroberfläche
in den freien Raum hinaus stoßen. In Wirklichkeit traf sie aber an
dieser Stelle auf die Wasseroberfläche auf.
Wir
konnten unmöglich mit diesem Gerät von höchster Genauigkeit
einen solch riesigen Fehler von 6,5 Meter gemacht habenAußerdem dürfte
ein solcher Unsinn, eine gerade Linie in die Oberfläche einer konvexen
Erde zu verlängern, kaum zu bewerkstelligen sein".
Aus jedem der
einzelnen Messpunkte errechnet sich
der Umfang der
damit bewiesenen Kugelschale zu 40 000 km plusminus 5%
Damit ist die rein sachliche
Darstellung der klassischen Erdwölbungsmessung im Jahre 1897 in Naples,
Florida USA durch U.G. Morrow abgeschlossen.
Jeder Leser konnte sich
davon überzeugen, dass sie mit der nötigen Sorgfalt und wissenschaftliche
Exaktheit durchgeführt wurde.
Das Ergebnis ist klar
und eindeutig. Obwohl das Ergebnis dieser Messung als Sensation wie ein
Lauffeuer um die Welt lief, musste Morrow bald erkennen, dass die Konsequenzen
zu tief greifend waren, um von der Wissenschaft sofort bejaht werden zu
können.
Morrow machte bittere
Erfahrungen und schreibt dazu auf Seite 134 (Cellular Cosmogony, 1905)
"Die
geodätische Arbeit bei Naples, Florida war abgeschlossen und die dabei
gewonnenen Tatsachen wurden veröffentlicht.
Manchen
waren über die dabei Tatsachen erfreut, andere verärgert. Im
hartnäckigen Widerstand, der sich sofort bei denjenigen zeigte, die
in der Anwendung des Geradstreckenverlegers auf eine Bestätigung der
kopernikanischen Theorie gehofft hatten, erkennen wir die Wiederholung
der Geschichte.
Der
Irrtum ist in der menschlichen Natur verwurzelt. Nicht ohne Kampf ist er
zu überwinden.
Zur
Erläuterung dieser Tatsache erinnern wir an den unsinnigen Widerstand,
der der Entdeckung von Harvey, dass das Blut im menschlichen Körper
eine Zirkulation ausführt, entgegengesetzt wurde.
Obwohl
er den Beweis lieferte – seine Demonstrationen zeigten eindeutig den Fluss
des Blutes durch die Arterien und Venen – weigerten sich die Ärzte
und Anatomen der alten Schule zu untersuchen.
Als
das Fernrohr erfunden war, zeigte sich bald, dass um die Planeten Monde
kreisten. Die Tatsachen, die Galilei und andere beobachtet hatten, wurden
von den Astronomen des ptolemäischen Systems hartnäckig geleugnet.
Es
dauerte Jahre, bis Galilei einige dazu bringen konnte, die Phänomene
mit Hilfe des Fernrohres zu bezeugen.
Ein
Gelehrter, der mehr Eifer, Vorurteil und Argwohn als Kenntnis besaß,
schrieb eine Dissertation über das Teleskop. Er versuchte zu zeigen,
wie in den Linsen Astigmatismus entstehen kann, wie die Linsen sich in
einer solchen Weise verschieben, dass der Eindruck von Monden, die um die
Planeten kreisen, hervorgerufen wird.
Dieser
Mann lebt und starb, ohne jemals eine einzige astronomische Beobachtung
durch das Teleskop gemacht zu haben. Was wusste er über das Fernrohr?
Die
Entwicklung bewies, dass er nichts gewusst hatte.
Trotzdem
verneinte er, dass die gesehenen Objekte gesehen werden könnten.
Man
betrachtet die konkave Krümmung der Erdoberfläche als eine Absurdität
und die lange Kette der Beweisführung als bloßes Ergebnis von
Täuschung und Betrug. Was wissen unsere Kritiker über die Tatsache,
die wir beobachtet haben?
Auf
welcher vernünftigen Basis können die uns dargebotenen Tatsachen
von denjenigen diskutiert werden, die nie die Reihe der Experimente unternommen
haben, die wir geplant und durchgeführt haben?
Der
Widerstand gegen unsere Arbeit ist heute genau so unlogisch, abwegig und
dumm wie derjenige gegen Harvey und Galilei. Wir haben mit Hilfe eines
mechanischen Apparates eine gerade Linie verlegt.
Die
Ergebnisse dieser Messung werden leichthin wegdiskutiert von solchen, die
den Apparat nie gesehen hatten und über seine Leistungsfähigkeit
bzw. Anwendungsmöglichkeiten nichts wussten."
Soweit die Darstellung
dieser großartigen Messung der Erdwölbung.
|
100
Jahre sind inzwischen vergangen und noch immer besitzt diese Messung, als
ein kühnes und geniales Unternehmen, ihre volle Aussagekraft.
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